Wiederholte Fehlgeburten – Ursachen, Abklärung und Begleitung

Mut zum Neustart

Schwangerschaftsweg nach einer Fehlgeburt: TCM und unterstützende Maßnahmen

Eine Fehlgeburt gehört zu den schmerzhaftesten Erfahrungen im Leben einer Frau. Neben der Trauer bleiben oft viele Fragen: Warum ist das passiert? Kann ich überhaupt noch ein gesundes Kind bekommen? Und was kann ich selbst tun, um eine erneute Fehlgeburt zu verhindern?

Besonders belastend wird die Situation, wenn sich Fehlgeburten wiederholen. Viele Frauen verlieren dann das Vertrauen in ihren eigenen Körper. Gleichzeitig beginnt häufig eine intensive Suche nach einer Ursache.

Die gute Nachricht ist: Auch nach mehreren Fehlgeburten besteht häufig eine gute Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft. Voraussetzung ist jedoch, die Situation sorgfältig zu analysieren und mögliche Ursachen systematisch abzuklären.

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten der TCM wissen, finden Sie nachfolgend weitere Informationen:

Überblick:

  • Fehlgeburten – Was heute bekannt ist
  • Warum eine gute Vorbereitung wichtig ist
  • Die Rolle der Traditionellen Chinesischen Medizin
  • Wenn die nächste Schwangerschaft beginnt
  • Fazit

Fehlgeburten – was heute bekannt ist

Die aktuelle Leitlinie für Ärztinnen und Ärzte empfiehlt bereits nach der zweiten Fehlgeburt eine weiterführende Diagnostik. Dazu gehört unter anderem die genetische Untersuchung des Fehlgeburtsgewebes. Sie kann häufig erklären, warum eine Schwangerschaft nicht bestehen geblieben ist, und vielen Paaren unnötige Schuldgefühle nehmen.

Heute weiß man, dass etwa 50 bis 60 % aller Fehlgeburten auf chromosomale Veränderungen (Aneuploidien) des Embryos zurückzuführen sind. Diese entstehen meist zufällig und können therapeutisch nicht beeinflusst werden.

Mit jeder weiteren Fehlgeburt steigt jedoch das Risiko für einen erneuten Schwangerschaftsverlust. Nach einer Fehlgeburt liegt das Wiederholungsrisiko bei etwa 12–24 %, nach zwei Fehlgeburten bei 19–35 % und nach drei Fehlgeburten bei 25–46 %. Eine wichtige Rolle spielen dabei vor allem das Alter der Frau, die Schwangerschaftswoche, in der die Fehlgeburt eingetreten ist, sowie die Anzahl vorausgegangener Fehlgeburten.

Daneben gibt es weitere Ursachen, die gezielt abgeklärt und teilweise behandelt werden können. Dazu gehören beispielsweise anatomische Veränderungen der Gebärmutter, hormonelle Störungen, Gerinnungsstörungen oder immunologische Erkrankungen.

Trotz einer sorgfältigen Diagnostik bleibt bei einem Teil der Paare keine eindeutige Ursache nachweisbar. Man spricht dann von einer idiopathischen oder ungeklärten wiederholten Fehlgeburt.

Warum eine gute Vorbereitung sinnvoll sein kann

Nach einer Fehlgeburt wünschen sich viele Frauen möglichst schnell eine neue Schwangerschaft. Manchmal ist das sinnvoll. Manchmal lohnt es sich jedoch, dem Körper zunächst Zeit zur Regeneration zu geben.

In meiner Praxis bespreche ich deshalb zunächst die individuelle Situation. Gab es eine Ausschabung? Wie hat sich der Zyklus entwickelt? Wurde bereits eine weiterführende Diagnostik durchgeführt? Und wie geht es Ihnen körperlich und seelisch nach der Fehlgeburt?

Gerade nach mehreren Fehlgeburten kann eine Vorbereitungsphase sehr wertvoll sein. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin steht dabei nicht die Behandlung einer einzelnen Diagnose im Vordergrund, sondern die Stabilisierung des gesamten Organismus. Ziel ist es, möglichst gute Voraussetzungen für eine erneute Schwangerschaft zu schaffen.

Nach einer notwendigen Ausschabung lege ich außerdem großen Wert auf eine sorgfältige Regeneration der Gebärmutter und des gesamten Organismus. Erst wenn sich der Körper erholt hat und die individuellen Ursachen soweit wie möglich abgeklärt sind, sollte gemeinsam entschieden werden, wann der richtige Zeitpunkt für einen neuen Schwangerschaftsversuch gekommen ist.

Die Rolle der Traditionellen Chinesischen Medizin

Akupunktur und chinesische Arzneimitteltherapie können eine reproduktionsmedizinische Abklärung nicht ersetzen.

Sie können sie jedoch sinnvoll begleiten.

In meinem Behandlungskonzept stehen dabei nicht einzelne Laborwerte im Mittelpunkt, sondern die persönliche Situation der Frau: Zyklus, Schlaf, Regeneration, Stressbelastung, Verdauung, Durchblutung und das gesamte körperliche Gleichgewicht fließen in die Therapie ein.

Nach wiederholten Fehlgeburten empfiehlt die Traditionell Chinesische Medizin häufig eine dreimonatige Vorbereitungsphase, bevor ein neuer Schwangerschaftsversuch unternommen wird. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, bespreche ich im Einzelfall mit jeder Patientin. Das ist besonders für Frauen, die sich dem Ende ihrer fruchtbaren Jahre nähern, herausfordernd – jedoch ist je nach Situation manchmal Geduld gefordert, da überstürzte Versuche kontraproduktiv sein können. Der Körper soll sich zunächst regenerieren können. Aus Sicht der TCM spielt dabei das Nierensystem eine zentrale Rolle. Ziel ist es, den Körper zu regenerieren und die Voraussetzungen für eine stabile Schwangerschaft möglichst günstig zu gestalten. zu schaffen. Die Behandlung richtet sich jedoch immer nach dem individuellen Beschwerdebild und nicht nach einem starren Schema.

Wenn die nächste Schwangerschaft beginnt

Eine erneute Schwangerschaft ist nach einer Fehlgeburt häufig von Ängsten begleitet. In dieser Zeit begleite ich viele Frauen mit Akupunktur und – wenn angezeigt – chinesischer Arzneimitteltherapie. Ziel ist es, den Körper in dieser sensiblen Phase zu unterstützen und gleichzeitig Ruhe und Vertrauen zurückzugewinnen.

Viele Frauen achten auf jedes Ziehen und jede kleine Blutung. Das ist völlig verständlich.

Treten Blutungen oder Schmerzen auf, sollte immer zunächst die betreuende Frauenärztin oder das Kinderwunschzentrum aufgesucht werden. Medikamentöse Unterstützung (Progesteron), Ruhe und Schonung sind oft die ersten Maßnahmen.

Nicht jede Blutung bedeutet eine Fehlgeburt.

Fazit

Eine wiederholte Fehlgeburt bedeutet nicht automatisch, dass eine gesunde Schwangerschaft unmöglich ist.

Eine sorgfältige Diagnostik, realistische Aufklärung und eine individuelle Begleitung können helfen, den Weg in eine erneute Schwangerschaft mit mehr Sicherheit zu gehen.

Ich verstehe die Traditionelle Chinesische Medizin als Teil eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts – in enger Ergänzung zur modernen Reproduktionsmedizin.

Nach einer Fehlgeburt braucht nicht nur der Körper Zeit – auch Vertrauen muss oft erst wieder wachsen. Gerne begleite ich Sie auf diesem Weg.

Referenz

Hodes-Wertz B et al. (2012). Idiopathic recurrent miscarriage is caused mostly by aneuploid embryos. Fertility and Sterility, 98(3), 675–680. Klinische Studie
Wichtigste Ergebnisse: In dieser Studie wurde untersucht, welche Ursachen wiederholten ungeklärten Fehlgeburten zugrunde liegen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ein großer Teil der wiederholten Fehlgeburten auf chromosomale Fehlverteilungen (Aneuploidien) der Embryonen zurückzuführen ist. Häufig liegt somit keine behandelbare mütterliche Erkrankung vor, sondern eine zufällig entstandene genetische Veränderung des Embryos.
Einordnung für die Praxis: Die Studie hilft vielen Paaren, wiederholte Fehlgeburten besser einzuordnen. Sie zeigt, dass selbst nach mehreren Fehlgeburten häufig keine vermeidbare Ursache oder „Schuld“ der Frau vorliegt.
Originalpublikation: ScienceDirect Embryonen zurückzuführen sind. In vielen Fällen liegt demnach keine eindeutig behandelbare Ursache vor, sondern eine genetische Störung, die zufällig entsteht.

Liddell HS, Pattison NS, Zanderigo A (1991). Recurrent miscarriage – outcome after supportive care in early pregnancy. Australian and New Zealand Journal of Obstetrics and Gynaecology, 31(4), 320–322. Prospektive Beobachtungsstudie
Wichtigste Ergebnisse: In dieser prospektiven Studie wurden Frauen mit wiederholten ungeklärten Fehlgeburten in einer spezialisierten Frühschwangerschaftsambulanz engmaschig medizinisch und emotional begleitet. Von den Frauen, die erneut schwanger wurden, verliefen 86 % der Schwangerschaften erfolgreich. Die Autoren schlussfolgern, dass eine kontinuierliche unterstützende Betreuung einen wichtigen Beitrag zum Schwangerschaftsverlauf leisten kann.
Einordnung für die Praxis: Die Studie zeigt, dass eine frühe und kontinuierliche Begleitung nach wiederholten Fehlgeburten einen wichtigen Stellenwert haben kann – medizinisch ebenso wie emotional.
Originalpublikation: Wiley Online Library

ASRM Practice Committee (2026). Recurrent pregnancy loss: a committee opinion. American Society for Reproductive Medicine (ASRM). Leitlinie
Wichtigste Ergebnisse: Die aktuelle Leitlinie empfiehlt bereits nach der zweiten Fehlgeburt eine strukturierte Diagnostik. Hierzu gehören insbesondere die genetische Untersuchung des Fehlgeburtsgewebes, die Beurteilung der Gebärmutter, die Abklärung eines Antiphospholipid-Syndroms sowie weiterer hormoneller und genetischer Faktoren. Gleichzeitig weist die Leitlinie darauf hin, dass trotz umfassender Diagnostik bei einem Teil der Paare keine eindeutige Ursache gefunden wird.
Originalpublikation: ASRM-Leitlinie


Eine der Stärken der TCM (chinesischen Medizin) ist die Verhinderung eines Abortes.

Eine Risikoschwangerschaft besteht dann, wenn es im Vorfeld bereits zu Fehlgeburten gekommen ist, und zwar mehr als einmal. Besonders dann, wenn es bereits mehrfach zu einer Fehlgeburt gekommen ist, gilt es eine Behandlungsdauer von 3 Monaten, bevor eine Frau wieder versuchen darf, schwanger zu werden, als eine notwendige Phase, die dem Aufbau der Nierenkraft gewidmet ist, die durch eine Fehlgeburt in Mitleidenschaft gezogen wird.

Ist es zu einer Ausschabung gekommen, die oft ab der 7-8. Schwangerschaftswoche erforderlich ist oder dann, wenn es trotz Absterben der Frucht zu keiner Blutung (missed abortion) kommt, verringert diese operative Ablösung des Föten zwar die Schwächung der Niere, erfordert aber eine Nachbehandlung der Gebärmutter.

Eine Fehlgeburt kann ein traumatisches Erlebnis für Paare sein. Vor allem dann, wenn der Erfolg einer geglückten Schwangerschaft lange auf sich warten ließ, oder die Umstände eine IVF/ISCI erforderlich gemacht haben, wird eine Fehlgeburt als eine tiefe Enttäuschung erlebt. Manchmal verlieren Frauen regelrecht jedes Vertrauen in ihren eigenen Körper. Auch die Sorge, nicht mehr schwanger werden zu können oder die Angst, das sich eine Fehlgeburt wiederholt, schleicht sich ein.

Risiken nach Aborten

Das Risiko, nach einem Abort erneut ein unfreiwilliges Ende einer begonnenen Schwangerschaft zu erleben, liegt bei 12-24%. Nach zwei aufeinanderfolgenden Aborten liegt das Risiko bei 19-35%, nach drei Aborten bei 25-46%. Wie hoch das Risiko individuell ist, läßt sich schwer ermessen, doch spielen das Alter der Frau, die Länge der Schwangerschaft und die Anzahl der vorhergegangenen Aborte definitiv eine Rolle.

Die Ursachenfindung sollte bereits nach zwei Aborten beginnen, vor allem dann, wenn das Kinderwunschpaar bereits etwas älter ist. Diese gestaltet sich allerdings naturgemäß eher schwierig. In den meisten Fällen bleiben Untersuchungen ergebnislos, man spricht von einem idiopathischen Abort. Meist werden genetische Fehlentwicklungen vermutet. Die Präimplantationsdiagnostik kann dann das Risiko eines erneuten Abortes erheblich senken i.

Wird eine Frau nach einem Abort wieder schwanger, ist es nur natürlich, das diese erneute Schwangerschaft von Ängsten und Zweifeln, ob es denn jetzt endlich gutgeht, begleitet ist. Die Risiken, nach zwei Aborten wieder eine Fehlgeburt zu erleben, können tatsächlich unter Umständen erhöht sein. Doch man kann etwas tun! Nach sorgfältiger Diagnostik können die Faktoren, die eine Abortgefahr erhöhen, reduziert werden und so die Erfolgsaussichten für eine erfolgreiche Schwangerschaft verbessern. Nur eins kann definitiv nicht therapeutisch beeinflußt werden: wenn die Abgänge auf einem Chromosomen-Defekt beruhen.

Bestehen die ersten Behandlungsschritte meistens im Aufbau der Nierenenergie, um sowohl die Fruchtbarkeit als auch die Resilienz der Niere für eine erneute Schwangerschaft zu kräftigen, wird dann während einer erneuten Schwangerschaft an dem Erhalt der Schwangerschaft und der Sicherung des Föten gearbeitet. Eine sorgfältige Diagnostik nach den chinesischen Leitkriterien ermöglicht die Zeichen und Symptomen des Pathomechanismus zu erkennen, der zu einem Abort führen kann. Regelmäßige Akupunktur und chinesische individuell angemischte Heiltees sind die Mittel der Wahl. Bei einer erneuten Schwangerschaft werden schwangerschaftserhaltende Tees allerdings in der Regel erst nach der sechsten SSW eingesetzt, dann, wenn ein Herzschlag nachweisbar ist. Akupunktur, die wöchentlich angewandt werden sollte, soll den Fötus stabilisieren und das hormonelle Gleichgewicht fördern. Sie dient auch der Beruhigung des Geistes und läßt Ängste und Sorgen verschwinden.

Ist die zwölfte Woche überstanden, sind die Risiken für einen Abort bereits deutlich minimiert. Je nach Energielage reichen Behandlungen alle 2-4 Wochen aus, um den Fortgang der Schwangerschaft zu begleiten.

 Hodes-Wertz B et al.: „Idiopathic recurrent miscarriage is caused mostly by aneuploid embryos“, Fertil Steril. 2012 Sep;98(3):675-80

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